Wie gelingt der Übergang zu minimalistischer Hautpflege ohne Hautschäden? Beginnen Sie mit einer zweiwöchigen „Kosmetik-Detox“-Kur. Beschränken Sie Ihre Hautpflege auf Reinigung und Feuchtigkeitspflege. Sie werden überrascht sein, wie deutlich sich das Hautbild vieler Menschen innerhalb von 5–7 Tagen verbessert, da die ständige Verstopfung der Poren aufhört. Führen Sie anschließend wöchentlich jeweils einen Wirkstoff ein und beobachten Sie die Reaktion Ihrer Haut. In Deutschland sind „leere“ Basen für empfindliche Haut beliebt – beispielsweise parfümfreie Cremes von Sebamed oder Linola. Sie eignen sich ideal als Basis. Und denken Sie daran: Der Preis ist nicht unbedingt ein Indikator für die Wirksamkeit. Eine günstige Creme von Aldi (zum Beispiel die Q10-Serie) wirkt oft besser als eine Luxuscreme mit 50 Inhaltsstoffen, weil sie eine einfache Formel hat.
Bei Peelings sieht die Sache anders aus. Für Minimalisten reicht ein sanftes Peeling pro Woche völlig aus. Vermeiden Sie Peelings mit Aprikosenkernen (sie können die Haut reizen); greifen Sie stattdessen zu Enzympulver oder PHA-Säure. Deutsche Apotheken bieten hervorragende Produkte an, wie zum Beispiel das „Enzym Peeling“ von Dr. Spiller. Und anstatt Ihr Gesicht jeden Morgen mit Schaum zu waschen, spülen Sie es einfach mit warmem Wasser ab – Ihre Haut regeneriert ihren Hydrolipidhaushalt über Nacht, ganz ohne Abspülen. Das ist besonders wichtig in den kalten deutschen Wintern, wenn die Heizungsluft trocken ist. Weniger Wasser auf dem Gesicht bedeutet weniger Feuchtigkeitsverlust.
Auch beim Make-up gilt: Weniger ist mehr. Foundation mit Lichtschutzfaktor, Puder und Rouge – mehr braucht es nicht. Primer, Fixierpuder oder Strobing-Produkte, die die Poren verstopfen, sind überflüssig. Mineral-Make-up ist in Deutschland sehr beliebt, zum Beispiel von L.O.V. oder Artdeco – es ist leichter und lässt sich kaum entfernen. Abends reicht ein Reinigungsöl, um Make-up und Sonnenschutz zu entfernen. Ein zusätzlicher Reinigungsschritt ist überflüssig (vorausgesetzt, das Öl ist hochwertig und selbstemulgierend). Ein weiteres Merkmal des Minimalismus sind multifunktionale Produkte: Lippen- und Wangen-Tint, Eyeliner. Weniger Produkte bedeuten weniger Stress für die Haut.
Und vor allem: Minimalismus in der Schönheitspflege lehrt, auf die eigene Haut zu hören, nicht auf die Ratschläge von Influencern. Deutsche Frauen reagieren beispielsweise oft mit Rötungen auf hohe Dosen Niacinamid, obwohl es angeblich für jeden geeignet ist. Treten drei Tage nach der Anwendung eines neuen Produkts kleine weiße Pickel auf, handelt es sich nicht um eine Reinigung, sondern um eine Hautreizung. Weg damit! Eine effektive Pflegeroutine ist eine, die über Monate hinweg stabil bleibt, nicht eine, die jede Woche ein neues Produkt einführt. Das Geld, das Sie sparen (die Deutschen geben durchschnittlich 40–60 € pro Person und Monat für Kosmetik aus), ist besser in eine professionelle Gesichtsbehandlung alle drei Monate oder einen gründlichen Bluttest zur Vitaminbestimmung investiert. Glauben Sie mir, Ihre Haut wird es Ihnen danken. Und sie wird frischer aussehen als die Ihrer Freundin mit ihren zehn Kosmetiktiegeln im Regal.
