Heiz- und Stromrechnungen in Deutschland werden immer teurer, insbesondere nach den jüngsten Preiserhöhungen. Doch selbst ohne den Anbieter zu wechseln, können Sie Ihre Kosten mit einfachen Haushaltsgewohnheiten um 30–40 % senken. Fangen wir mit dem Offensichtlichsten an: der Heizung. In deutschen Wohnungen sind die Thermostate an den Heizkörpern oft auf die Stufen 1 bis 5 eingestellt. Nur wenige wissen jedoch, dass es auch Zwischenstufen gibt. Stufe „2“ entspricht etwa 16 Grad, Stufe „3“ etwa 20 Grad. Für das Schlafzimmer reichen 17–18 Grad, für das Badezimmer 22 Grad und für das Wohnzimmer 20 Grad. Drehen Sie den Heizkörper nicht voll auf und lüften Sie dann stundenlang – das ist die ineffizienteste Art, Wärme zu nutzen. Richtig lüften Sie dreimal täglich für jeweils 5 Minuten bei weit geöffneten Fenstern (wenn möglich quer).
Der zweite Schlüssel zum Geldsparen ist die richtige Nutzung Ihrer Haushaltsgeräte. Eine Waschmaschine verbraucht bis zu 90 % ihrer Energie zum Erhitzen des Wassers. Waschen bei 30 °C statt 40 °C spart daher etwa 35 %. Moderne Waschmittel wirken auch in kaltem Wasser. Dasselbe gilt für Ihren Geschirrspüler: Wählen Sie das Eco-Programm – es dauert zwar länger, verbraucht aber dank der niedrigeren Temperatur weniger Wasser und Energie. Und spülen Sie niemals nur halb voll: Das ist doppelt so ineffizient wie eine volle Ladung. Bei wenig Geschirr warten Sie lieber einen Tag. Deutsche Familien haben oft die Angewohnheit, den Geschirrspüler jeden Abend vollzuräumen, selbst wenn nur fünf Teller drin sind – das sollten Sie vermeiden.
Kühlschrank und Gefrierschrank sind weitere versteckte Energiefresser. Stellen Sie die Kühlschranktemperatur auf 7 °C und die Gefrierschranktemperatur auf -18 °C ein – niedrigere Temperaturen sind nicht nötig, da sie den Verbrauch nur erhöhen. Tauen Sie Ihren Gefrierschrank regelmäßig ab, wenn er keine No-Frost-Funktion hat: Eine 0,5 cm dicke Eisschicht erhöht den Energieverbrauch um 10 %. Überprüfen Sie die Türdichtungen: Bei älteren deutschen Kühlschränken trocknen diese oft aus. Ein einfacher Test: Klemmen Sie ein Stück Papier an die Tür – lässt es sich leicht herausziehen, muss die Dichtung ausgetauscht werden. Stellen Sie den Kühlschrank außerdem nicht neben einen Herd oder Heizkörper – jedes zusätzliche Grad Außentemperatur lässt den Kompressor stärker arbeiten.
Das Beleuchtungsproblem ist in Deutschland fast überall gelöst, aber trotzdem: Ersetzen Sie alle Glühbirnen durch LEDs, auch wenn die alten noch zu funktionieren scheinen. LEDs verbrauchen 6- bis 8-mal weniger Energie und halten 20-mal länger. Das ist besonders wichtig für Flure und Badezimmer, wo das Licht oft versehentlich angelassen wird. Nutzen Sie Bewegungsmelder oder Zeitschaltuhren – sie sind günstig (Conrad oder gelegentlich auch Lidl führen sie). Und gewöhnen Sie sich an, das Licht auszuschalten, wenn Sie einen Raum verlassen – das klingt banal, aber Statistiken zeigen, dass Vergesslichkeit bis zu 15 % des Stromverbrauchs eines Haushalts ausmacht.
