Deutschlands verborgene Schätze – Wohin abseits der Touristenmassen?

von Silke Schubert

Werbung

Wer sich für mittelalterliche Architektur begeistert, sollte unbedingt Meersburg am Bodensee besuchen. Es ist eine der ältesten Städte Deutschlands, in der sich eine authentische mittelalterliche Atmosphäre erhalten hat. Eine alte Burg aus dem 7. Jahrhundert thront über dem See, und darunter erstreckt sich eine gemütliche Altstadt mit verwinkelten Gassen und Fachwerkhäusern. Anders als die benachbarten Städte Lindau und Konstanz ist Meersburg selbst in der Hochsaison relativ ruhig. Es ist ein angenehmer Ort zum Flanieren, zum Stöbern in kleinen Kunsthandwerksgalerien und zum Ausklang des Tages an der Promenade mit Blick auf den Sonnenuntergang über den Schweizer Alpen. Von hier aus fahren auch Fähren zu anderen Orten am Bodensee, was Meersburg zu einem idealen Ausgangspunkt für kurze Bootsausflüge macht.

Die Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen ist ebenfalls einen Besuch wert. In dieser gewaltigen, fast 700 Meter langen Felsenschlucht hat sich die Partnach ihren Weg durch die Kalksteinfelsen gebahnt. Anders als viele andere Schluchten in den Alpen ist die Partnachklamm ganzjährig zugänglich. Im Winter verwandelt sich das Wasser hier in fantastische Eisskulpturen, im Sommer hingegen genießen Sie erfrischende Kühle und das Tosen des Wassers von allen Seiten. Der Weg verläuft direkt über dem reißenden Fluss, stellenweise durch in den Fels gehauene Tunnel. Der Eingang ist 20 Gehminuten vom Parkplatz entfernt, die Schlucht selbst benötigt etwa eine Stunde. Hier zeigt die Natur ihre ungebändigte Kraft und Schönheit.

Liebhaber außergewöhnlicher Landschaften sollten unbedingt den Kromlauer Park in Sachsen besuchen. Das Prunkstück des Parks ist die sogenannte „Teufelsbrücke“ (Rakotzbrücke), die im 19. Jahrhundert erbaut wurde und zusammen mit ihrer Spiegelung im Wasser einen perfekten Steinkreis bildet. Sie ist einer der meistfotografierten Orte Deutschlands, aber unter ausländischen Touristen noch immer ein Geheimtipp. Der Park liegt in der Nähe von Gablenz und bietet neben der berühmten Brücke eine gotische Kapelle, künstliche Ruinen und zahlreiche seltene Bäume. Der Eintritt ist frei, und die Brücke hat den schönsten Blick im Morgengrauen, wenn der See spiegelglatt ist.

Ein wahrer Geheimtipp für Ruhesuchende ist die Insel Hiddensee in der Ostsee. Anders als die Nachbarinsel Rügen ist sie nahezu unbewohnt. Autos sind hier verboten, daher kann man sich nur mit dem Fahrrad oder zu Fuß fortbewegen. Die weißen Strände, Dünen, traditionellen Reetdachhäuser und die Heidelandschaft vermitteln das Gefühl, in eine andere Welt eingetaucht zu sein. Große Hotels gibt es auf der Insel kaum, dafür aber viele gemütliche Pensionen. Hiddensee ist ideal für lange Spaziergänge und um den endlosen Blick aufs Meer zu genießen. An solchen Orten merkt man, dass Deutschland immer wieder für Überraschungen gut ist.

You may also like